THE GLOBAL STREET VS. THE PIAZZA.

Durch Erweiterung des vorhandenen konzeptionellen Rahmens soll in dem Vortrag das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge zwischen Macht und Machtlosigkeit und deren Bestimmung im urbanen Raum thematisiert werden.
Mein Standpunkt ist, dass die Stadt die Grenzen der militärischen Macht sichtbar werden lässt und, was noch
wichtiger ist, der Machtlosigkeit eine Komplexität verleiht, nicht mehr nur elementar erscheinen lässt. Diese Komplexität birgt die Chance, Geschichte zu schreiben und Politik zu erneuern. Hierbei spielt der öffentliche Raum eine zentrale Rolle, da er den Machtlosen Zugang zu rhetorischen und handlungsorientieren Möglichkeiten verschafft. Allerdings ist es notwendig, diesen von dem traditionellen europäischen Raum zu unterscheiden, der durch ritualisiertes Verhalten und soziale Normen geprägt ist. Dies führt mich zum Konzept der globalen Straße, d.h. zu einem Raum, in dem es um individuelles, selbstbestimmtes Handeln statt ritualisiertem Verhalten geht; wo Menschen, die keinen Zugang zu den formellen Instrumenten der Macht haben, sich dennoch Einfluss, vor allem im politischen Sinne, verschaffen können.

Saskia Sassen ist Professorin für Soziologie (Robert S. Lynd-Lehrstuhl ) und Vorstandsmitglied des Committee on Global Thought an der Columbia Universität (www.saskiasassen.com). Zu ihren neuesten Veröffentlichungen gehören: Territory, Authority, Rights: From Medieval to Global Assemblages (Princeton University Press 2008), A Sociology of Globalization (W.W.Norton 2007), und die überarbeitete 4. Ausgabe von Cities in a World Economy (Sage 2011). Eine komplett überarbeitete Fassung von The Global City wurde 2001 veröffentlicht.  Sassens Bücher sind in über zwanzig Sprachen übersetzt worden. Zurzeit arbeitet sie an dem Buch: When Territory Exits Existing Frameworks (unter Vertrag bei Harvard University Press). Zudem werden Ihre Beiträge regelmäßig bei www.OpenDemocracy.net und www.HuffingtonPost.com veröffentlicht.